Fluch und Segen im neuen Anzug

 

Vergangenes Wochenende trafen sich über 170 Judokas aus Thüringen und angrenzenden Bundesländern zum 3. Pokalturnier des KSV Budokan Heiligenstadt in der Eichsfelder Kreisstadt. Auf vier Matten kämpften die Teilnehmer in vier Altersklassen um den Sieg und die begehrten Medaillen und Pokale.
Mit dabei waren auch neun Sportfreunde des Judosportvereins Sondershausen.  Seit Anfang November hat sich der JSV mit einheitlichen Trainingsanzügen für Trainer und Kinder neu ausgerüstet, womit nicht zuletzt der Teamgeist angehoben werden sollte. Denn auch in einer Einzelsportart ist es wichtig im Verein zusammen zu siegen und auch zu verlieren. Das zeigte sich auch beim Heiligenstädter Pokalturnier.

Bereits der jüngste Starter des JSV glänzte in der u8 mit einer sehr guten Leistung. Nicht nur, dass Leo Westermeier alle seine drei Kämpfe gewonnen hat und den ersten Platz belegte, er wurde auch abschließend mit dem "Besten Techniker seiner Altersklasse" ausgezeichnet.

Auch Erik Bösel schlug sich gut in der u10. Gegen drei seiner insgesamt fünf Gegner konnte er als Sieger von der Matte gehen. Für ganz oben reichte es noch nicht, aber mit einem 3. Platz kann er sehr zufrieden mit sich sein.

Ebenfalls in der u10 startete Max Baier. Dabei legte er einen sehr souveränen Auftritt ab und errang den Siegerpokal. Nach anfänglichen Protesten startete Max schließlich noch in einer Altersklasse höher und belohnte sich auch da mit dem ersten Platz.

In der AK u12 musste sich Sonik Kulke anstrengen, um mit ihrem Sportfreund mitzuhalten. Nach einem souveränen ersten Sieg ging es im Finalkampf bis in den Golden Score. Diesen gewann sie nach langen Minuten durch eine Bestrafung ihrer Gegnerin und erreichte den 1. Platz.

Im Feld der ältesten Sportler, der AK u15, waren sogar drei Judokas aus Sondershausen vertreten.
Gerhard Rockel und Max Rusch hatten das Pech, in der selben Gewichtsklasse zu starten. Gerhard, der den Kampf gegen seinen Trainingspartner für sich entschied und noch einen weiteren gewinnen konnte, erreichte am Ende den zweiten Platz. Max, der erst wenige Turniere bestritten hat, freute sich über Rang 3.
Auch Florian Lehmann ist noch nicht sehr lange beim JSV und nahm zum ersten Mal an einem Wettkampf teil. Trotz der doch immens höheren Erfahrung seiner Gegner in der u15, konnte Florian mit einer Bronzemedaille und einem ersten guten Eindruck das Turnier beenden.

Die zwei großen Unglücksraben des Samstags waren aus Sondershäuser Sicht Lea Hausemann und Cedric Spieß.
Lea startete in der Altersklasse u12 gegen insgesamt drei Gegnerinnen. In den ersten zwei Kämpfen trat sie sehr engagiert und mit viel Mut auf und konnte auch einen für sich entscheiden. Abschließend hatte sie es mit einer sehr starken Gegnerin zu tun. Dabei erlitt sie leider einen Oberarmbruch. Zum Glück waren die Sanitäter schnell zur Stelle und die Erste Hilfe Maßnahmen konnten durchgeführt werden. Mit einem Gipsverband am Arm ist sie leider für die nächste Zeit vom Sport befreit. Wir wünschen bis dahin Gute  Besserung!
Schon zuvor musste auch Cedric Spieß ungewollt den Weg ins Krankenhaus antreten. Während seines zweiten Kampfes in der Altersklasse u12  wurde er von seinem Gegner unfair mit dem Kopf in die Matte gedrückt. Dieser setzte anschließend offensichtlich eine noch in der u12 verbotene  Würgetechnik an. Cedric blieb nur noch die Möglichkeit abzuklopfen. Kurz darauf brach er auf der Matte zusammen. Auch diesmal funktionierte die Notfallversorgung sehr gut, die Sanitäter bewahrten Ruhe und Übersicht. Nach anschließender zusätzlicher Sauerstoffversorgung wurde Cedric in das Krankenhaus gebracht und noch am selben Tag verlegt. Schon am Montag wurde er entlassen und war auch beim Judotraining wieder mit dabei.
Sowohl Lea als auch Cedric erreichten trotz der dramatischen Ereignisse jeweils den dritten Platz, da sie beide noch vor ihrem Ausfall einen Kampf gewinnen konnten.

Am Ende des Wettkampftages standen vier Gold-, eine Silber- und fünf Bronzemedaillen den zwei Krankenhausbesuchen für den  JSV Sondershausen gegenüber.
Die unüblich hohe Verletzungsrate bei diesem Turnier, nicht nur auf Seiten der Sondershäuser Judokas, liegt laut den Trainern des JSV aber nicht in der Schuld des Veranstalters. Lediglich die zum Teil unnötige Härte mancher Sportler und gewisse Entscheidungen des Kampfrichtergespanns, sollten einen zu denken geben.